ZSB Sonderstahlbau

Geschichte

An unserem ehemaligen Standort, Brauereistraße 45 in Cainsdorf,  wurde am 5. August 1839 eine Aktiengesellschaft unter der Bezeichnung „Sächsische Eisenkompanie“ gegründet und von 1840 bis 1842 erbaut. Die Umbenennung in Königin Marienhütte, im Volksmund nur Hütte genannt, erfolgte am 22. Juni 1842. In den ersten Jahren beschränkte sich der Betrieb auf Hochöfen und Gießereien, es wurde Eisenerz aus der Stenner Umgebung und erstmals Koks von Planitzer Steinkohlewerken sowie Zuschlagstoffe (Kalk) von Cainsdorfer Flur verarbeitet.

Im Jahre 1844 übernahm der Kammerherr von Arnim auf Planitz in Gemeinschaft mit seinen Brüdern in Crossen und Kriebstein pachtweise das Werk, welches 1851-1873 zum Eigentum der Familie wurde. Der aufstrebende Steinkohlebergbau und die einsetzende Industrialisierung führten 1854 zum Bau der „Staatskohlenbahn“ Zwickau – Cainsdorf, in dessen Folge in der Hütte Lokomotivbetrieb eingeführt wurde. Es wurden zwei neue Hochöfen erbaut, das Walzwerk wesentlich vergrößert sowie eine leistungsfähige Maschinenbauwerkstätte und eine Rohrgießerei errichtet. Als eines der ersten Werke Deutschlands führte die Hütte den Bessemer-Betrieb erfolgreich ein.

1873 ging das Werk durch Kauf in den Besitz der Deutschen Reichs- und Continental-Eisenbahnbau-Gesellschaft über, rekonstituierte sich jedoch 1877 als selbstständige Aktiengesellschaft mit einem Kapital von 600.000 Mark. In der Blütezeit der Hütte produzierten fünf Hochöfen, eine Gießerei, ein Walzwerk und eine Brückenbauanstalt mit insgesamt 2200 Mitarbeitern. Besondere Bedeutung erlangte der Brückenbau mit der Fertigung von ca. 1000 Brücken zwischen 1853 und 1873 für das In- und Ausland sowie dem Bau der 1500. Brücke, dem “Blauen Wunder“ in Dresden (1893-95). Die versiegenden Erzvorräte im heimischen Revier führten zur Einstellung des Hüttenbetriebes um die Jahrhundertwende.

Von 1916 bis 1945 war das Werk im Besitz der Sächsischen Gussstahlwerke Döhlen AG. Es waren zu dieser Zeit nur noch 50 Arbeiter im Weichenbau beschäftigt. Von 1945-46 wurden im Betrieb Reparaturen von Fördermitteln für Schächte und den Weichenbau durchgeführt. 1949 gab es eine Übernahme durch die SAG Wismut, das Produktionsprogramm umfasste Aufbereitungsanlagen und Bergbauausrüstungen.

Ab 1968 produzierte man unter neuem Namen SDAG Wismut “Betrieb für Bergbau und Aufbereitungsanlagen“weiter. Nach der Wende ging SDAG Wismut BAC im Jahre 1990 in den Besitz des Bundeswirtschaftsministeriums über.

1992/93 wurde sie als DFA Deutsche Fertigungs- und Anlagenbau GmbH ausgegliedert. Produziert wurde Stahl- und Behälterbau, Fördertechnik, Baustoffmaschinen, Raumcontainer und Industriemontage. Am 1. Juni 1995 wurde die DFA als SAM Sächsische Anlagen- und Maschinenbau GmbH privatisiert. Ein Jahr später wurde ein komplett neues Produkt eingeführt, nämlich die SAM-Spannverbund-Träger, dies sind Stahlverbundträger mit vorgespanntem Betonfuß. Im Oktober 2004 musste die SAM GmbH Insolvenz anmelden, eine Weiterführung des Unternehmens auf Dauer war nicht möglich. Die ZSB GmbH entschloss sich zur Erweiterung der Fertigungsmöglichkeiten ihren Sitz auf das Gelände der SAM zu verlegen und in einem Teil der Hallen die Produktion fortzuführen.

Die ZSB Zwickauer Sonderstahlbau GmbH wurde am 1. Dezember 2004 mit 24 Mitarbeiter gegründet. Der Ursprung lag in der ZM Zwickauer Maschinen- und Anlagenbau GmbH im Geschäftsbereich Stahlbau. Am 1. Dezember 2004 erfolgte die Aufteilung der ZM in die Borsig-ZM Compression GmbH und die ZSB GmbH mit dem Standort Körnerstraße 11-15 hier in Zwickau. Dem Gesellschafter (SQG Sächsische Qualifizierungsgesellschaft mbH) gelang es Herrn Wolfgang Oertel für die Geschäftsführung zu gewinnen, der über eine jahrzehntelange Erfahrung im Stahlbausektor verfügt.

Am 1. September 2005 übernahm die ZSB im Rahmen eines Erwerberkonzeptes die Produktionsanlagen der SAM Sächsische Anlagen- und Maschinenbau GmbH. Im Zuge der Übernahme wurde auch Stammpersonal dieser Gesellschaft eingegliedert, so dass ein hoher Zugewinn an Know-How erfolgte. Alleiniger Gesellschafter wurde der ehemalige Fertigungsleiter Herr Thomas Baumann. Die ZSB beschäftigte im Dezember 2005, nach dem Umzug in die neue Fertigungsstätte, ca. 60 Mitarbeiter. An einem Standort, wo bereits seit 160 Jahren produziert wird, führte nun die ZSB GmbH den Stahlbau weiter. Dieser Tradition fühlen wir uns verpflichtet.

Im August 2008 wurde durch den Zukauf eines Industrieareals, ehemals Metallleichtbaukombinat Zwickau, mit einer Größe von 6 ha und 25.000 m² Fertigungsfläche ein weiterer Schritt zum Ausbau der Gesellschaft eingeleitet. Dieser Standort wurde kernsaniert und hinsichtlich der technologischen sowie praktischen Abläufe und Erfahrungen verändert.

Seit Januar 2012 wurde dieser Standort in Zwickau, Äußere Dresdner Str., nach umfangreichen Investitionen in der Bauhülle und bei gleichzeitiger vergrößerter Fertigungstiefe vollumfänglich in Betrieb genommen.